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Freliger
kreis (Fröhlicher Kreis)
Das ist ein fröhlicher und festlicher Tanz,
bei dem die Tänzer mit den Zuschauern ihr
Glück und ihre Fröhlichkeit teilen möchten.
Pairische
polka (Bayrische Polka)
In diesem Tanz kommt die alte Abstammung von den
Bewohnern von Sappada hervor. Unser Dorf ist eine
althochdeutsche Sprachinsel, durch Tradition und
Folklore mit dem nahen Tirol und Bayern eng verbunden.
Es ist das einzige Dorf der Provinz von Belluno
mit dieser Eigenschaft und unsere Mundart ist
von vielen Sprachforschern untersucht worden.
Lauterpoch
(klarer, lauter Bach)
Im Tal von Sappada entspringt der Fluss Piave,
der sogenannte „heilige“ Fluss des
italienischen Vaterlandes. Die Holzhockargruppe
hat deshalb diesen Tanz unserem Fluss widmen wollen.
Durch harmonische Bewegungen imitieren die Tänzer
das Fließen seiner klaren Wässer.
Schbaaf (Birkhahnfeder)
Auf den Hüten unserer Tänzer kann man
Birkhahnfeder als Schmuck bewundern: Dieses Tier
ist auch das Symbol der Holzhockargruppe. In Sappada
verschaffen sich die Burschen stolz einen solchen
Hut, um ihre Volljährigkeit zu feiern. Ihre
gleichaltrigen Mädchen haben die Aufgabe,
die Hüte der Burschen mit Blumen zu schmücken,
um damit dieses Ereignis zusammen zu feiern.
Kneidl dran
(der Tanz der Knödel)
Dieser Tanz möchte die Arbeit der Hausfrau
in der Küche nachahmen, besonders ihre Bewegungen,
das Kneten und Mischen von Brot, Mehl, Speck und
Eier, um diese Knödel vorzubereiten, die
mit Tomatensoße, in der Suppe oder mit geschmolzenem
Butter serviert werden. Das Geheimnis dieses Gerichtes
liegt in der wichtigsten Zutat, der Speck. Früher
war es ein Luxus, im Keller ein Stück Speck
zu haben und deshalb wurde ziemlich selten, nur
am festlichen Tagen, verbraucht.
Buntsch (Tragjoch
für Wasserkessel)
In den alten Zeiten waren die Häuser nicht
mit Wasser versorgt und jede Familie musste es
am Brunnen holen. Für diese Arbeit benutzte
man eine hölzerne Waage, die auf den Schultern
getragen wurde und an dessen beiden Enden zwei
volle Wassereimer hingen. Es war fast immer Aufgabe
der Frauen, die eine harte Arbeit leicht zu einer
Feier oder zu einem Tanz werden liessen und am
Brunnen ihren Geliebten treffen konnten. Deshalb
haben wir den „Buntsch“ mit Blumen
geschmückt. Dieser Tanz ist diesem Haushaltgerät
gewidmet.
Sunntachpolka
(Sonntagspolka)
Dieser Tanz ist dem Ruhetag, dem Sonntag, gewidmet,
wenn sich alle am Dorfplatz zum Plaudern und Tanzen
trafen. Eine Harmonika war genug, um alle beim
Tanzen zu vereinen. Dieser aus Figuren von je
sieben Schritten bestehende Tanz möchte an
die sieben Wochentage erinnern.
Marschjerpairische
(der Bayrische Marsch)
Dieser Tanz erinnert an die typische bayrische
Musik. Seine Partitur soll um die 30er Jahre von
unseren in Bayern arbeitenden Emigranten mitgebracht
worden sein.
Kraizpolka
(Kreuzpolka)
Das ist auch einer der ältesten Tänze
unserer Tradition, was man an der Einfachheit
der Bewegungen der Tänzer bemerken kann.
Sie heißt „gekreuzte Polka“,
weil die Schritte und Bewegungen zu verschiedenen
Figuren kreuzformig sind.
Staanbeckar
(der weckende Stein)
In der Vergangenheit hatten die Burschen nur eine
einzige Möglichkeit, sich mit den Mädchen
zu unterhalten. Sie stellten sich unter das Fenster
des Mädchens, warfen ein Steinchen auf die
Scheibe und, ohne sich von ihren Eltern bemerkbar
zu machen, begannen sie ihr süsses Gespräch.
Im Tanz kann man den geballten Faust des Burschen,
der das Steinchen schließt, und das Fenster
sehen, das durch die Kreuzung der Arme gebildet
wird. Durch dieses Fenster sprechen und lächeln
die Tänzer zueinander.
Stearnpolka
(Sternpolka)
Die hellen Mondnächte und die glänzenden
Sterne, die man in unseren Bergen bewundern kann,
haben diesen Tanz inspiriert: die “Stearnpolka“.
Während die Burschen den Kreis des Mondes
bilden, rotieren die Mädchen wie die Sterne
um sie herum. Beim Morgengrauen verschwindet plötzlich
der Mond und alle Sterne kehren an ihren Platz
zurück. Aber manchmal finden auch die Sterne
nicht mehr den Weg nach Hause.
Siebenschritt
Das ist einer der ältesten Tänze unseres
Repertoires. Er besteht aus einfachen Bewegungen,
die verschiedene Figuren aus je sieben Schritten
bilden.
Waldjäger
Die ersten Einwohner unseres Tales waren sicherlich
auch Jäger und dieser Tanz erinnert an die
Zeit, als die Jäger ihr Rückkehr ins
Dorf feierten.
Pairische
(der Bauerntanz)
Mit diesem Tanz möchten wir uns an die erste
Arbeit unserer Ahnen, die Bauern– und Hirtenarbeit,
zu der Zeit, als sie sich in unserem Tal ansiedelten,
erinnern. Das ist einer der ersten Tänze,
in dem die Tänzer die anstrengende Arbeit
auf dem Feld darstellen.
Mihlrot (Mühlrad)
Dieser Tanz ist einer der meist choreographischen
der Holzhockargruppe. Einmal hatte jedes Dorf
seine Mühle und die Bauern brachten ihr Getreide
hin zum Mahlen. Das Getreide wurde von den großen
Mühlsteinen gemahlt, die durch das Wasser
getrieben wurden. Die Tänzer ahmen mit ihren
Bewegungen das Drehen des Getreides in der Mühle
nach.
Koschkrittn
polka
Dieser Tanz ist den Jungendlichen, die volljährig
werden, gewidmet. Während des ganzen Jahres
sind in Sappada die Volljährigen die unbestrittenen
Protagonisten der Feier und der Festlichkeiten.
Bei diesen Gelegenheiten sind immer auch ihre
gleichaltrigen Mädchen dabei und die Burschen
tragen den Hut mit dem „Schbaaf“,
den Birkhahnfedern. Da aber die Mädchen fast
immer in der Mehrheit sind, nimmt sich jeder Bursche
zwei Mädchen und tanzt mit ihnen die Hauptstraße
des Dorfes entlang mit den notwendigen Pausen.
Sappada dehnt sich 5 Kilometer lang aus, viele
sind die Cafès und Kneipen und deswegen
ist es immer schwierig, am Abend nach Hause zu
kommen!
Veinsterle
(Fensterlein)
Dieser Tanz stellt die wunderschönen Momenten
dar, wenn die Geliebten am Fenster nur mit Zeichen
miteinander sprechen und sich für den nächsten
Tag verabreden. In der Kreuzung der Arme kann
man das Fenster sehen, durch das sie sprechen
und lächeln.
Pantl tonz
(der Bändeltanz)
Dieser Tanz möchte an zwei besondere Zeiten
des Jahres erinnern: den Anfang des Frühlings
und das Ende der Heuernte. In Sappada bedeutet
der Frühling das Ende einer langen Jahreszeit
mit Schnee und Kälte, und das Wiederaufblühen
der Natur führte das ganze Dorf zum Dorfplatz,
um mit dem „Pantl tonz“ zu feiern.
Bei dieser Gelegenheit bedeutete die gute ausgeführte
Verflechtung der Bändel, dass die Jahreszeit
günstig für die Ernte werde. Im Herbst,
wenn die Heuscheunen voll Lebensmittel waren und
man ruhig auf den langen Winter warten konnte,
wurde der Tanz wiederholt. Die schöne Verflechtung
bedeutete auch dieses Mal, dass der Winter nicht
zu kalt sein werde. Der Bändeltanz wird immer
von der Spazierpolka eingeführt:
Spazierpolka
Das ist ein freudiger und choreographischer Tanz,
der den Dorfstraßen entlang und bei Faschingsumzügen
vorgeführt wird.
Bintmihle
(Windmühle)
Dieser Tanz will an ein Gerät erinnern, das
unsere Ahnen für die Bearbeitung des Getreides,
vor allem Gerste und Hafer, benutzten. Dieses
durch eine Handkurbel betriebene Gerät drehte
das Getreide, um die Körner aus der Spreu
zu trennen. In diesem Tanz kann man diese Drehbewegung
sehen und so wie sich die Tänzer verflechten,
trennen und wieder zusammentreten.
Holzhockar
Die Gruppe entnimmt ihren Namen von diesem Tanz,
der die Arbeit der Bergleute und die Arbeit des
Försters darstellt. Natürlich hat jede
Gruppe von Holzhackern diejenige, die die Geräte,
Äxte und Holzsägen, schleifen. Auch
die „Holzhockar“ haben ihre eigenen
Schleifer, die aber, während die anderen
arbeiten, immer Zeit finden, sich zu unterhalten.

Vor kurzem hat die Volksgruppe Holzhockar
zwei neue Tänze in ihr Repertoire aufgenommen,
die den traditionellen Tanz mit dem Plattlar vereinen.
Modartonz
(der Mähertanz):
In Sappada wird noch heute die Heuernte durchgeführt,
wobei heutzutage moderne Landwirtschaftsfahrzeuge
benutzt werden. Mit diesem Tanz möchten wir
an die damalige Bauernarbeit erinnern. Im Morgengrauen
gingen die Männer mit ihren Sensen bis zu
den steilen Abhängen unserer Berge mähen.
Im Laufe des Vormittags wurden sie dann von ihren
Frauen aufgesucht, die das Essen brachten und
ihnen mit Harken beim Heustreuen und Wenden halfen.
Am Abend, wenn das Heu getrocknet war, wurde es
in breiten Jutetücher gesammelt, die die
Männer auf dem Rücken ins Tal trugen,
um sie in den Heuspeichern zu lagern. Dieser Tanz
ist den Bauern gewidmet, die mühsam aber
auch freudig so viel Heu wie möglich für
ihr Vieh ernteten.
Plodartonz
(der Tanz von Sappada):
Dieser Tanz erinnert an drei wichtige Ereignisse
vom Plodarischen Leben (von Sappada). Das erste
ist das Treffen der Jugendlichen, das Frühlingsfest
und das Blühen neuer Liebe, dann die Bauernarbeit
und das Haferdreschen, das an einem schönen
sonnigen Morgen mit den „Dreschln“
auf den Höfen vor den Häusern ausgeführt
wurde und, nach der Arbeit, das Fest mit einem
Tanz, der symbolisch ein Dank für die gute
Ernte sein möchte und alle in einem Fröhlichkeits
– und Freundschaftsmoment vereinen soll.

Der Plattlar wird nur von den Burschen
getanzt. Sie klatschen dabei in die Hände,
auf die Lederhose und Schuhsohlen. Dieser Lärm
gibt den Peitschenknall wieder.
Hinterperglar
plattlar (der Plattler der Bewohner hinter dem
Berg)
Im Sommer dienten einmal die Plattlar auch zur
Verständigung der Hirten untereinander. So
grüßten sie damit ihre Freunde in den
umliegenden Tälern und teilten ihnen Nachrichten
mit. Das Echo der Berge brach die Stille der Nacht
und vereinte die Hirten zu einem gemeinsamen Chor.
Melchar plattlar
(Melkerplattler)
In diesem Plattlar möchten die Tänzer
die Arbeit des Hirten darstellen, der am Abend,
bevor die Nacht eintrifft, alle seine Kühe
melken muss. Einige Kühe treten ruhig in
den Stall hinein, aber manche andere wollen nicht
und dann schiebt und zieht sie der Hirt, er fällt
und steht wieder auf, bis er endlich, müde,
einen großen Milcheimer erhalten hat.
Resserhirte
(Pferdhirte)
Am Abend erzähten sich die Burschen die Erlebnisse
des vergangenen Tages, und die Hirten imitierten
mit Sprüngen und Purzelbäumen die Bewegungen
der Pferde in der Freiheit.
Hochstodlar
(Heustadel im Hochgebirge)
Wie es einst üblich war, traf man sich am
Abend im Hochgebirge gemütlich in einem Heustadel
und dort führten die Burschen zur Freude
der älteren Leute einen anderen Plattlar
auf.
Penke plattlar
(Bänke Plattler)
Wie alle sicherlich wissen, wollen am Abend die
Jugendlichen nie ins Bett gehen. Also, dieser
Plattlar ist von den Burschen erfunden worden,
um die Alten aufzuwecken, die schlafend am Haustor
mit der Pfeife im Mund saßen. Die Burschen
nahmen die Bänkchen und, indem sie die schlugen,
machten sie so viel Lärm, dass der Alte aus
dem Schlaf auffuhr und, natürlich, niemanden
mehr sehen konnte. Dieser Plattlar stellt diesen
alten Scherz dar.
Kleckilan
plattlar (Glöcklein Plattler)
Dieser Plattlar möchte an den Sommer erinnern,
wenn das Vieh auf der Almweide war. Jede Kuh und
jedes Kalb trug am Hals ein Glöcklein, dessen
Geklingel sich im ganzen Tal verbreitete. Im Herbst
kamen alle ins Tal zurück und der Hirt schmückte
sein Vieh mit Tannenbaumästchen und Blüten.
Die Kühe liefen durch das ganze Dorf und
wurden von allen bewundert.
Knoppe (der
Plattler des Knappen)
Die Gruppe „Holzhockar“ hat den ersten
Plodarischen Einwohnern diesen Plattlar widmen
wollen. Sie waren Bergmänner und gewannen
Eisen aus dem gleichnamigen Berg, dem „Monte
Ferro“ (Eisenberg), der nördlich in
unserem Tal liegt. „Knoppe“ hieß
der Lehrling des Bergmannes (Knappe), der Junge,
der mit einer Laterne das Bergwerk beleuchtete
und die Arbeit der anderen ermöglichte. Das
Wappen unseres Dorfes stellt sogar einen Bergmann
bei der Arbeit in dem Bergwerk.
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